Am nächsten Morgen fanden die Krankenschwestern den leblosen Körper von Arthur. Nachdem das Zimmer gereinigt worden war, bat Viktor mit schwacher Stimme darum, an das Fenster verlegt zu werden. Die Schwestern erfüllten ihm den Wunsch.
Sobald sie den Raum verlassen hatten, mobilisierte Viktor all seine verbliebenen Kräfte. Unter Schmerzen stützte er sich auf seine Ellbogen und zog sich mühsam hoch. Er wollte endlich das Paradies sehen, von dem Arthur so oft gesprochen hatte. Er wollte den See, die Schwäne und das goldene Licht der Freiheit spüren.
Er schaute aus dem Fenster. Dort war nichts.
Kein Park, kein See, keine Blumen. Nur eine massive, fensterlose Backsteinmauer, die nur wenige Zentimeter von der Scheibe entfernt stand.
Schockiert rief er die Krankenschwester. "Warum hat mein Freund mir all diese Wunder beschrieben, wenn da draußen nur eine kahle Wand ist?", fragte er unter Tränen.
Die Krankenschwester sah ihn mitleidig an und antwortete leise: „Wussten Sie es nicht? Arthur war vollkommen blind. Er konnte nicht einmal diese Mauer sehen. Vielleicht wollte er Ihnen einfach nur die Hoffnung schenken, damit Sie nicht vor Verzweiflung aufgeben.“
Viktor sank zurück in seine Kissen. Die Stille im Raum war nun schwerer als je zuvor. Er hatte seinen einzigen Freund für eine Aussicht getötet, die es nie gab – und er erkannte zu spät, dass die wahre Schönheit nicht draußen im Park lag, sondern in dem selbstlosen Herzen des Mannes, den er verraten hatte.
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