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Als die Ärzte ihm sagten, seine Frau habe nur noch drei Tage zu leben, beugte er sich über ihr Krankenbett und flüsterte, seine Genugtuung hinter einem frostigen Lächeln verbergend: „Endlich gehört alles, was dir gehört, auch mir.“ Was er nicht ahnte: Im Herzen seiner vermeintlich „unterwürfigen“ Frau schmiedete sich bereits ein Plan – kalt, überlegt und bis ins kleinste Detail kalkuliert. Als Lucía die Augen öffnete, wirkte die Welt fern, fast schwerelos. Ihr Körper schmerzte, als wäre er mit Eisen gefüllt, und das gleichmäßige Summen der Krankenhausgeräte hallte in ihren Ohren wider. Vom Flur drangen gedämpfte Stimmen herüber – klinisch, distanziert. „Ihr Zustand ist kritisch … das Leberversagen schreitet voran … höchstens drei Tage …“ Die zweite Stimme erkannte sie sofort. Ihr Mann. Alejandro. Ihre Brust schnürte sich schmerzhaft zusammen. Sie rührte sich nicht. Sie hob kaum die Lider, blieb vollkommen still. Die Tür öffnete sich leise. Alejandro trat ein und trug einen großen Strauß weißer Lilien – Blumen, die sie nie gemocht hatte. Sein Gesicht zeigte das aufmerksame, geschliffene Lächeln, das seine Kollegen so bewunderten. Er setzte sich neben sie, nahm ihre Hand und strich ihr sanft über das Handgelenk, als wollte er ihren Puls fühlen. Im Glauben, die Beruhigungsmittel hätten sie bewusstlos gemacht, beugte er sich zu ihr und murmelte: „Die Wohnung in Madrid, die Konten in Genf, die Aktienmehrheit an der Firma … all das wird bald mir gehören.“ In seiner Stimme lag kein Kummer. Keine Zärtlichkeit. Nur Ungeduld – und Gewissheit. Eine Minute später war er zurück im Flur und spielte den hingebungsvollen Ehemann. „Bitte, tun Sie alles, was Sie können. Sie bedeutet mir alles …“ Die Tür schloss sich hinter ihm. Lucía atmete langsam ein. Wut breitete sich in ihrer Brust aus, scharf und unaufhörlich. Obwohl ihr Körper schwach war, war ihr Geist glasklar. Sie hörte leichte Schritte. „Gnädige Frau … können Sie mich hören?“, fragte eine junge Stimme vorsichtig. Eine schlanke Krankenschwester stand im Türrahmen, das dunkle Haar ordentlich zurückgebunden. Auf ihrem Namensschild stand: Carmen Ruiz. „Fühlen Sie sich unwohl? Ich kann den Arzt rufen.“ Lucía packte plötzlich mit überraschender Kraft ihr Handgelenk. Ihr Körper war zerbrechlich, doch ihre Stimme fest. „Hören Sie gut zu. Wenn Sie mir bei dem helfen, worum ich Sie gleich bitten werde, wird sich Ihr Leben verändern. Ich verspreche Ihnen, Sie werden nicht für immer auf diesen Ort angewiesen sein.“ Carmen erstarrte. „Ich verstehe nicht …“ Ein schwaches Lächeln huschte über Lucías Lippen – kühl und entschlossen. „Er glaubt, ich kann ihn nicht hören. Er glaubt, er hat schon gewonnen. Aber er irrt sich. Sie werden mir helfen … und wir werden seinen Plan durchkreuzen. Und er wird es nicht einmal merken, wenn ihm alles entgleitet.“ Stille herrschte im Raum. Doch diesmal war es nicht die Stille eines Endes. Es war die Stille vor dem Beginn von etwas Neuem. (Fortsetzung im ersten angepinnten Kommentar.) 👇👇

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„Ich verteidige nur, was uns gehört.“

„Unsere?“, wiederholte sie leise.

In diesem Moment trat Carmen mit einem Tablett ein und durchbrach die angespannte Stille. Alejandro trat beiseite, doch sein Blick wanderte zur Infusionspumpe. Carmen bemerkte es sofort.

„Bitte berühren Sie die Geräte nicht.“

„Entspann dich“, erwiderte er steif.

Am späten Nachmittag desselben Tages wurde Alejandro ins Büro des ärztlichen Direktors gerufen.

„Herr Martinez“, begann der Arzt neutral, „wir haben Unregelmäßigkeiten bei bestimmten Medikamentenverordnungen festgestellt.“

„Unregelmäßigkeiten?“

„Medikamente, die normalerweise nicht für diese Diagnose indiziert sind – mit Ihrer Unterschrift genehmigt.“

Alejandro runzelte die Stirn. „Ich habe auf das Fachwissen der Mitarbeiter vertraut.“

„Interessanterweise hat sich der Zustand des Patienten verbessert, seit diese Medikamente abgesetzt wurden.“

Die Stille, die folgte, war drückend.

„Wollen Sie damit etwas andeuten?“, fragte er kühl.

„Wir prüfen die Fakten.“

Als er ging, schien sein Selbstvertrauen erschüttert.

An diesem Abend betrat er Lucías Zimmer, ohne sie zu begrüßen.
„Was hast du ihnen erzählt?“, fragte er leise.

Lucía begegnete seinem Blick mit unerwarteter Ruhe.

„Die Wahrheit.“

„Niemand wird dir glauben. Du warst sediert.“

„Nicht ganz.“

Er trat zurück.

„Du hast keine Ahnung, mit wem du es zu tun hast.“

„Ja“, antwortete sie leise.

Die Tür öffnete sich. Carmen und der Arzt traten ein.

„Herr Martinez, Ihre Besuchsrechte sind bis zum Abschluss der Überprüfung ausgesetzt.“

„Das ist absurd.“

„Es ist eine Vorsichtsmaßnahme.“

Er warf Lucía einen letzten Blick zu – Wut vermischt mit Ungläubigkeit.

„Du hast nicht gewonnen.“

Sie hielt seinem Blick stand.

„Es war nie ein Wettbewerb.“
In den darauffolgenden Tagen verbesserten sich ihre Testergebnisse weiter. Interne Untersuchungen deckten unzulässige Einflussnahme und Anfragen außerhalb des Protokolls auf. Alejandros Name tauchte wiederholt in Entscheidungen auf, die nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fielen.

Der Fall wurde den Behörden übergeben.

Lucía, noch schwach, aber von Tag zu Tag stärker, schaffte es, sich ohne Hilfe aufrecht hinzusetzen. Carmen stand neben ihr.

„Wir haben Fortschritte gemacht“, sagte Carmen sanft.

Lucía schüttelte den Kopf.

„Das ist erst der Anfang.“

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