Früher verkaufte er sein Blut, damit ich zur Schule gehen konnte. Doch als er Jahre später zu mir kam und mich um Geld bat, da ich inzwischen 100.000 Pesos im Monat verdiente, weigerte ich mich, ihm auch nur einen einzigen Peso zu geben.
Als ich die Zusage fürs College bekam, hatte ich nur den Zulassungsbescheid und den Traum, der Armut zu entkommen. Unser Leben war so hart, dass es die Nachbarn sofort mitbekamen, wenn wir mal Fleisch aßen.
Meine Mutter starb, als ich zehn war, und mein leiblicher Vater war schon lange vorher verschwunden. Der Mann, der mich aufnahm, war nicht mit mir verwandt – er war ein alter Freund meiner Mutter, ein Dreiradfahrer, der in einem winzigen Zimmer am Fluss lebte.
Nach ihrem Tod sorgte er trotz eigener Schwierigkeiten für meine Erziehung. Während meiner gesamten Schulzeit arbeitete er unermüdlich und lieh sich sogar Geld, um mir den Schulbesuch zu ermöglichen.
Ich erinnere mich noch gut daran, als ich Geld für einen Zusatzkurs brauchte, mich aber nicht traute zu fragen. An dem Abend drückte er mir ein paar zerknitterte Scheine in die Hand, die leicht nach Desinfektionsmittel rochen, und sagte: „Dein Vater hat heute Blut gespendet. Dafür habe ich eine kleine Belohnung bekommen. Nimm sie, mein Junge.“
Ich habe in jener Nacht still geweint. Wer würde schon immer wieder Blut spenden, nur um einem Kind zu helfen, das nicht einmal sein eigenes ist? Mein Vater tat es. Niemand außer uns beiden wusste je davon.
Als ich an einer renommierten Universität in Manila angenommen wurde, umarmte er mich fast mit Tränen in den Augen. „Du bist stark, mein Junge“, sagte er. „Lerne fleißig. Ich kann dir nicht ewig helfen, aber du musst aus diesem Leben herauskommen.“

Während meines Studiums habe ich nebenbei gejobbt – Nachhilfe gegeben, gekellnert, alles, was ich finden konnte. Trotzdem schickte er mir jeden Monat ein paar hundert Pesos. Ich sagte ihm, er solle damit aufhören, aber er bestand darauf: „Es ist mein Geld, und du hast ein Recht darauf.“
Nach meinem Abschluss verdiente ich in meinem ersten Job 15.000 Pesos. Ich schickte ihm sofort 5.000 Pesos, aber er schickte sie mir zurück. „Spar es“, sagte er. „Du wirst es später brauchen. Ich bin alt, ich brauche nicht viel.“
Jahre vergingen. Ich wurde Direktor und verdiente 100.000 Pesos im Monat. Ich bot ihm an, bei mir zu wohnen, aber er lehnte ab und sagte, er bevorzuge sein ruhiges, einfaches Leben. Da ich wusste, wie stur er war, ließ ich es dabei bewenden.
Eines Tages stand er dann vor meiner Tür – gebrechlich, sonnenverbrannt und zitternd. Er setzte sich auf die Sofakante und flüsterte: „Sohn … ich bin krank. Der Arzt sagt, ich brauche eine Operation – 60.000 Pesos. Ich habe sonst niemanden, den ich fragen kann.“
Lesen Sie weiter, indem Sie unten auf die Schaltfläche ( NÄCHSTE SEITE 》 ) klicken!