Ich öffnete den Mund, um zu protestieren, um zu sagen, dass ich nach Hause musste. Aber die Wahrheit war, dass dort nichts auf mich wartete. Robert und ich sprachen kaum noch miteinander.
Also nickte ich.
Die Beerdigung war anders … fast schön. Die Menschen bewegten sich wie Geister hindurch und murmelten Gebete, die ich nicht verstehen konnte. Ich starrte auf seinen Ärmelaufschlag – Danny trug diese Farbe nie – und fühlte mich, als stünde ich in einer Schlange für etwas, das ich nie wieder zurückbekommen würde.
Ich stand neben dem Sarg, während die Menschen mit sanften Händen und traurigen Augen vorbeizogen. Der Pastor sprach von Frieden, von Licht, vom Loslassen – doch alles, was ich hörte, war das Geräusch der Erde, die auf das Holz schlug.
Mein Sohn lachte genauso wie Robert früher. Er malte Raumschiffe und schrieb „Astronaut“ mit drei T. Und jetzt war er einfach weg.
Robert konnte mir kaum in die Augen sehen. Am Grab umklammerte er die Schaufel, als wäre sie das Einzige, was ihn aufrecht hielt. Wir trauerten um denselben Menschen, doch er bewegte sich wie jemand, der entschlossen war, nicht in der Öffentlichkeit zusammenzubrechen.
Aber ich konnte nicht in Dannys Haus bleiben. Ich war nicht bereit für die Stille.
Eine Woche später holte mich Eli ab, und zum ersten Mal seit Tagen spürte ich etwas anderes als Schmerzen.
Wir fuhren durch weite, offene Ackerflächen, der Himmel über uns riesig und endlos. Schließlich hielten wir vor einem kleinen weißen Hangar, der zwischen zwei grünen Feldern stand.
Im Inneren, unter dem leisen Summen von Leuchtstoffröhren, stand ein gelbes Flugzeug mit der Aufschrift „Hope Air“ an der Seite.
„Das ist eine gemeinnützige Organisation, die ich gegründet habe“, erklärte Eli und deutete auf das Flugzeug. „Wir fliegen Kinder aus ländlichen Gegenden kostenlos in Krankenhäuser. Die meisten ihrer Familien können sich die Reise nicht leisten. Wir sorgen dafür, dass sie keine Behandlungen oder Eingriffe verpassen.“
Ich trat näher heran, angezogen von der leuchtend gelben Farbe und der Art, wie das Sonnenlicht die Buchstaben zum Leuchten brachte, als wären sie lebendig.
„Ich wollte etwas schaffen, das Bedeutung hat“, fuhr Eli fort. „Etwas, das für jemand anderen mehr bedeutet als für mich.“
Der Hangar war still – eine Stille voller Bedeutung. Ich konnte den Blick nicht von dem Flugzeug abwenden. Es strahlte Freude aus. Es strahlte Sinn aus. Es strahlte einen Neuanfang aus, von dem ich gar nicht gewusst hatte, dass ich ihn brauchte.
„Du hast mir mal gesagt, ich sei dazu bestimmt, Dinge zu reparieren“, sagte Eli hinter mir, seine Stimme nun leiser. „Wie sich herausstellte, habe ich das beim Fliegen gelernt.“
Ich drehte mich um, genau in dem Moment, als er einen kleinen Umschlag aus seiner Tasche zog und ihn mir reichte.
„Ich habe das lange bei mir getragen. Ich wusste nicht, wann – oder ob – ich dich jemals wiedersehen würde. Aber ich habe es behalten.“
Darin befand sich ein Foto. Es zeigte mich mit 23 Jahren vor meiner Klassenzimmertafel, die Haare zurückgebunden, ein langer Kreidestreifen auf meinem Rock. Ich lachte leise. An diesen Tag hatte ich seit Jahrzehnten nicht mehr gedacht. Die Schule hatte einen Fotografen engagiert, um Bilder aller Lehrer für den Flur zu machen.
Ich drehte das Foto um und las die in ungleichmäßiger Handschrift geschriebenen Worte:
„Für die Lehrerin, die an mich geglaubt hat.“
Ich drückte das Foto an meine Brust. Tränen kamen unerwartet. Ich versuchte nicht, sie aufzuhalten.
„Ohne dich wäre ich nicht hier“, sagte Eli.
„Du schuldest mir gar nichts“, brachte ich hervor.
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