Nachdem der letzte Gang abgeräumt und das Personal sich zurückgezogen hatte, faltete Walter seine Serviette zusammen und sah mich direkt an. Sein Blick war scharf und endgültig.
„Audrey“, sagte er, „komm in mein Büro.“
Der Raum roch nach Leder und Macht. Walter saß mit verschränkten Händen hinter seinem Schreibtisch, sein Gesichtsausdruck war undurchschaubar. Colton folgte uns herein, setzte sich aber nicht. Er lehnte sich an die Wand, das Handy bereits in der Hand.
„Du gehörst schon lange genug zu dieser Familie, um zu verstehen, wie die Dinge laufen“, sagte Walter ruhig. „Und du hast es auch nicht geschafft zu verstehen, wo du hingehörst.“
Ich spürte, wie mein Puls langsamer wurde, anstatt sich zu beschleunigen.
„Diese Ehe war ein Fehler“, fuhr er fort. „Einen, den wir jetzt korrigieren.“
Er öffnete eine Schublade und legte ein Dokument auf den Schreibtisch, gefolgt von einem Scheck. Der Betrag war enorm, aber was mich am meisten beeindruckte, war die Unpersönlichkeit dieser Geste, als würde er eine Rechnung begleichen, anstatt ein Leben aufzulösen.
„Unterschreiben Sie die Papiere“, sagte Walter. „Nehmen Sie das Geld. Verschwinden Sie unauffällig. Das ist eine mehr als großzügige Entschädigung.“
Ich sah Colton an. Er blickte nicht zurück.
Instinktiv und beschützend legte ich meine Hand auf meinen Bauch. Ich wusste es erst seit wenigen Tagen. Vier Herzschläge. Vier Leben, die still in mir begannen. Ich hatte geplant, es Colton an diesem Wochenende zu erzählen. Ich hatte mir seine Überraschung, seine Freude ausgemalt, wie es uns endlich zusammenführen würde.
Als ich in diesem Büro stand, wurde mir klar, dass die Hoffnung immer nur mir allein gehört hatte.
„Ich verstehe“, sagte ich.
Walter blinzelte, offensichtlich rechnete er mit Widerstand.
Ich unterschrieb die Papiere mit ruhiger Hand. Als ich aufstand, fühlte sich der Raum kälter an.
„Ich werde in einer Stunde weg sein“, sagte ich.
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