Es war Laura, meine Kollegin und die einzige Person, der ich jemals angedeutet hatte, dass meine Ehe nicht so perfekt war, wie sie aussah.
Sie trat ohne zu zögern ein und ging direkt auf mich zu. In dem Moment, als sie den schwachen Handabdruck auf meinem Gesicht sah, verhärtete sich ihr Gesichtsausdruck vor unterdrücktem Zorn.
„Was ist passiert?“, fragte sie leise, ihre Stimme ruhig, aber voller Emotionen.
Andrew versuchte zu sprechen, aber Laura hob scharf die Hand.
„Kein Wort von dir.“
Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, aber Laura hatte das Gespräch schon übernommen. Sie machte Fotos von meinem Gesicht – präzise, professionell – und telefonierte dann.
„Ja, ich bin bei ihr zu Hause. Bitte kommen Sie jetzt.“
Andrews Stimme erhob sich hinter uns.
„Du hast kein Recht, dich in unsere Ehe einzumischen!“
Laura drehte sich um, ihre Augen funkelten.
„Was man nicht tun kann, ist, seine Frau zu schlagen und zu erwarten, dass alle so tun, als wäre nichts passiert.“
Er trat vor, vielleicht um etwas zu erklären, vielleicht um die Situation unter Kontrolle zu bringen – aber Laura stellte sich vor mich.
„Noch einen Schritt, Andrew, und ich rufe die Polizei. Das ist kein Scherz.“
Wenige Minuten später traf die Person ein, die sie angerufen hatte – ein Anwalt namens Diego, der für eine Organisation arbeitete, die Frauen in ungesunden Ehen unterstützte. Er näherte sich ihr sanft.
„Sie müssen jetzt nichts erklären“, sagte er zu mir. „Wir bringen Sie einfach an einen sicheren Ort.“
Andrew beharrte immer wieder darauf, dass wir ihn „missverstehen“, aber niemand hörte ihm mehr zu.
Laura half mir, meine Sachen zusammenzupacken. Als wir zur Tür hinaustraten, rief Andrew mir hinterher:
„Wer geht, soll nicht wiederkommen!“
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