„Ein DNA-Test“, sagte er. „Unabhängiges Labor. Falls ich mich irre, zahle ich Ihnen den Versicherungswert der Halskette und verschwinde aus Ihrem Leben.“
Herr Hales fügte leise hinzu: „Dieser Wert ist… beträchtlich.“
Meine Gedanken überschlugen sich. Das könnte eine Falle sein – oder das erste ehrliche Angebot, das mir seit der Scheidung jemand gemacht hatte. Ich suchte in Raymonds Gesicht nach Gier oder Dominanzstreben. Stattdessen sah ich Angst. Die Angst, mich wieder zu verlieren.
Mein Handy vibrierte. Brandon. Dann eine SMS: Hab gehört, du verkaufst Schmuck. Blamier dich nicht.
Mir wurde übel. Ich hatte ihm nicht gesagt, wo ich war.
Raymond bemerkte es sofort. Sein Blick verengte sich. „Jemand weiß, dass du hier bist“, sagte er. „Und wenn sie es vorher nicht wussten – jetzt wissen sie es.“
Er hat mich nicht unter Druck gesetzt. Er hat mir die Fakten dargelegt und abgewartet. Und allein das hat meine Entscheidung beeinflusst.
Wir fuhren zu einer unabhängigen Klinik am anderen Ende der Stadt. Raymond bestand darauf, dass mir jedes Formular erklärt wurde, bevor ich unterschrieb. Ein Wangenabstrich. Zehn Minuten. Ergebnisse innerhalb von 48 Stunden versprochen.
„Zwei Tage“, murmelte ich. „So lange kann ich mir nicht einmal Lebensmittel leisten.“
Auf dem Parkplatz reichte mir Raymond einen schlichten Umschlag. „Drei Monatsmieten und Nebenkosten“, sagte er. „Keine Bedingungen. Wenn ich mich irre, gib es zurück. Wenn ich Recht habe, betrachte es als Entschuldigung einer Familie, die dich im Stich gelassen hat.“
Mir schnürte es die Kehle zu. „Meine Mutter – Linda – hat sich bei meiner Erziehung krankgearbeitet. Wenn das stimmt … sie hätte Besseres verdient.“
„Sie hat euch Liebe geschenkt“, sagte Raymond. „Wir werden sie ehren.“
Als wir zum Juwelier zurückkehrten, läutete die Glocke – und Brandon kam herein, mit diesem bekannten selbstgefälligen Grinsen, als ob ihm immer noch meine Zukunft gehörte.
„Wie habt ihr mich gefunden?“, fragte ich.
Er zuckte mit den Achseln. „Gemeinsame Konten. Ich habe den Standort gesehen. Du warst immer leicht zu orten.“
Raymonds Stimme durchdrang den Raum, ruhig und tödlich. „Gehen Sie.“
Brandon schnaubte verächtlich. „Und du bist?“
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