Die Wahrheit, die Hannah allein mit sich trug
Sie erzählte mir, sie hätte Hunger gehabt. Dass der Küchenschrank wieder verschlossen gewesen sei. Dass sie ein Stück Brot auf dem Boden gefunden und es für den Morgen unter ihrem Bett versteckt hatte.
Mir stockte der Atem.
„Sie hat mich erwischt“, fuhr Hannah fort, Tränen rannen ihr über die Wangen. „Sie sagte, ich hätte gestohlen. Sie sagte, böse Kinder müssten es lernen.“
Ihre Stimme versagte.
„Sie hat mich in die Küche gebracht.“
Sie konnte den Satz nicht beenden. Musste sie auch nicht.
Ich sah ihre bandagierten Hände an. Ihren zerbrechlichen Körper. Die Angst, die sich in ihr Gesicht gebrannt hatte.
„Sie sagte, das Wasser würde das Böse aus mir auswaschen“, flüsterte Hannah. „Sie sagte, wenn ich es dir erzähle, würdest du mich für immer verlassen.“
Etwas in mir zerbrach.
„Ich werde dich niemals verlassen“, sagte ich mit leiser, zitternder Stimme.
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