Das Poster hing wie eine kleine, vergessene Einladung im stillen Wartezimmer. „Das Tier, das du wählst, verrät, wer an deiner Seite geht“, stand darauf, umgeben von sanften, spielzeughaften Tieren – Löwen, Kaninchen, Hunden, Vögeln und anderen –, die alle mit großen, geduldigen Augen nach vorn blickten. Die Leute gingen achtlos daran vorbei, doch Daniel, der mit verschränkten Händen da saß und dessen Leben sich ungewöhnlich schwer anfühlte, blieb von dem Bild berührt. Es waren nicht die Farben oder das verspielte Design. Es war die Vorstellung, dass vielleicht, selbst wenn man sich allein fühlt, etwas – oder jemand – die ganze Zeit still an der Seite war.
Daniel dachte zuerst an den Löwen, ruhig und unerschütterlich. Er erinnerte ihn an seine ältere Schwester, die nach dem Tod ihres Vaters die Elternrolle übernommen hatte. Sie hatte nie ihre Stimme erhoben, nie Anerkennung gefordert, doch ihre Anwesenheit war stets stark, beschützend und gelassen gewesen. Dann wanderte sein Blick zum Elefanten, Symbol für Erinnerung und Geduld, und er lächelte sanft. Das war seine verstorbene Mutter – sie erinnerte sich an jedes Detail seines Lebens, und ihre Lehren prägten noch immer seine Entscheidungen. Das Poster fühlte sich nicht mehr wie ein Spiel an. Es fühlte sich an wie ein Spiegel.
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