Mein verstorbener Großvater, der mir Geschichten von vergrabenen Schätzen erzählt und mir die Welt versprochen hatte, hinterließ mir die größte Enttäuschung: einen verstaubten, alten Bienenstock. Wer hinterlässt seiner Enkelin schon eine Hütte voller Insekten? Dieses grausame Erbe war ein Schlag ins Gesicht, bis ich eines Tages einen Blick in die Bienenstöcke warf.
Es war ein ganz normaler Morgen. Tante Daphne blickte über ihre Brille hinweg auf das Chaos auf meinem Bett. „Robyn, hast du schon gepackt?“
„Ich schreibe gerade Chloe“, jammerte ich und versteckte mein Handy.
„Gleich fährt der Bus! Mach dich fertig!“, sagte Tante Daphne und stopfte Bücher in meine Tasche.
Ich sah auf die Uhr. 7:58 Uhr. „Na gut“, seufzte ich und stand auf.
Sie reichte mir ein gebügeltes Hemd. „Das hat sich dein Großvater anders vorgestellt. Er dachte, du wärst stark und unabhängig. Und die Bienenstöcke, die er hinterlassen hat? Die werden sich nicht von selbst versorgen.“
Nur zur Veranschaulichung | Quelle: Getty Images
Ich erinnerte mich an die Zeit mit Opa, den Honig, die Bienen. Aber jetzt kreisten meine Gedanken um den bevorstehenden Schulball und meinen Schwarm Scott.
„Ich schaue sie mir an, vielleicht morgen“, sagte ich und strich mir durch die Haare.
„Das sagst du immer. Opa hat an dich geglaubt, Robyn. Er wollte, dass du dich um den Bienenstand kümmerst“, beharrte sie.
„Hör mal, Tante Daphne“, sagte ich abrupt. „Ich habe Besseres zu tun, als mich um Opas Bienen zu kümmern!“
Ich sah, wie sich Tante Daphnes Gesichtsausdruck verdüsterte und ihr Tränen in die Augen stiegen. Doch dann hupte der Schulbus, und ich eilte hinüber und ignorierte ihren traurigen Blick.
Im Bus kreisten meine Gedanken um Scott, nicht um den Bienenstand, den ich von Opa Archie geerbt hatte. „Wer will schon einen Bienenstand?“, dachte ich genervt von der Verantwortung.
Nur zur Veranschaulichung | Quelle: Pexels
Nur zur Veranschaulichung | Quelle: Pexels
Aber am nächsten Tag sprach Tante Daphne das Thema wieder an. Sie schimpfte mit mir, weil ich meine Aufgaben vernachlässigt und zu viel Zeit am Handy verbracht hatte.
„Du hast Hausarrest, junge Dame!“, sagte sie plötzlich, und da blickte ich endlich von meinem Handy auf.
„Bestraft? Wofür denn?“, protestierte ich.
Fortsetzung auf der nächsten Seite:
Lesen Sie weiter, indem Sie unten auf die Schaltfläche ( NÄCHSTE SEITE 》 ) klicken!